Auf der Bühne mit … Mark Seibert

Ziemlich genau ein Jahr, nachdem ich in den Musicalchor Köln aufgenommen wurde, genauer Anfang 2018 überraschte uns unser Chorleiter mit einer großen Neuigkeit – Mark Seibert würde am Osterwochenende mit seiner Musical Melodies Tour in Köln gastieren und er würde mit ihm in Kontakt stehen, ob wir das Konzert oder Teile davon nicht als Chor begleiten könnten. Natürlich wäre aber noch nichts spruchreif und so versuchte ich meine agenblickliche Euphorie zu bremsen – Zweckpessimismus sozusagen.

Den wendete ich auch weiter an, als zwar alles in trockenen Tüchern war, Mark aber aufgrund der geringen Größe der Bühne in der Volksbühne am Rudolfplatz, wo das Konzert stattfinden würde, darum bat, die Größe des Chors zu begrenzen. Hieß also: Casting innerhalb des Chors, basierend auf den Leistungen in den Proben. Zum Glück waren wir zu diesem Zeitpunkt (und sind es noch) trotz der erst kurzen Geschichte des Chors bereits ein recht gutes Team, so dass es kein böses Blut untereinander gab. Ich übte mich, wie gesagt, weiter im Zweckpessimismus.

Umso größer war dann ein paar Wochen vor dem Konzert die Freude, als die Liste mit den Namen derer, die dabei sein würden, per Mail ankam und ich meinen Namen darauf fand! Die nächsten Proben fanden ab diesem Moment natürlich ganz im Zeichen des Konzerts statt und am 30.3.2018, Karfreitag (!) war es dann endlich soweit!

Mit der Nervosität ging es bereits morgens los (Frühstück wird überbewertet!), mit dem eigentlichen Event erst am Nachmittag: Um 16:30 kam ich am Millowitsch-Theater bzw. jetzt Volksbühne am Rudolfplatz in Köln an. Einmal geklingelt wurde mir aufgemacht und ich trat ins leere Foyer – schon ein tolles Gefühl, als „Künstler“ an diesem Theater zu sein und nicht als Zuschauer!

Die Volksbühne am Rudolfplatz ist Kölns ältestes noch erhaltenes Theater und macht daher schon im Eingangsbereich etwas her. Hohe Decken, eine riesige Treppe hinauf zum Zuschauersaal, der mit seinen klassisch roten Sesseln, der Beleuchtung und dem Balkon auch einen ganz besonderen Charme hat. Der Backstage-Bereich, durch den ich mit meinen Chorkollegen auf der Suche nach unserer Garderobe einige Runden drehte, ist weit wenig glamurös, aber nicht weniger spannend. Überall hängen alte Plakate, es stehen Requisiten und Utensilien herum.

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Uns wurde schließlich ein Raum direkt hinter dem Foyer und unter der Bühne zugewiesen. Man holte uns Stühle, zeigte uns den „Künstler-Kühlschrank“ und wir richteten uns so gut es ging ein. Kurz darauf kam auch schon Mark durch die Tür, um sich vorzustellen (als wenn das nötig gewesen wäre …). Er begrüßte jeden von uns mit Handschlag (vor dem ich mir erstmal die Hand trockenreiben musste, Stress lass nach!), entschuldigte sich, dass der Soundcheck sich für ein paar Minuten verschieben würde, da sie etwas hinterherhingen und verwies uns an „seine zwei Mädels“ Madeleine und Judith, falls wir etwas brauchen würden.

Wenig später wurden wir dann auch schon abgeholt und standen zum ersten Mal mit den drei Sängern des Abends, Mark, Marle Martens und Oedo Kuipers sowie der Cellistin Linde Härtel und dem Pianisten Christian Frank auf der Bühne. Ohne Umschweife begannen wir mit dem Soundcheck und sangen die vier Lieder, die wir zum Finale des Abends singen würden. Einmal „durchgeballtert“, wie es Mark später fomulierte, und schon saß der Ton. Im Anschluss haben wir die Bühne dann noch genutzt, um uns etwas einzusingen – und natürlich um das ein oder andere Foto zu machen.

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Da die Volksbühne an diesem Abend ausverkauft war, konnten wir uns das Konzert leider nicht vom Zuschauerraum aus ansehen, doch auch im Backstage konnte man etwas zuhören und so verging die Zeit recht schnell bis wir wieder abgeholt wurden. Die Volksbühne hat keine besonders große Seitenbühne, weswegen wir schließlich mucksmäuschenstill im Treppenaufgang warteten, bis wir auf die Bühne gebeten wurden. Als Mark uns als „besondere Überraschung“ und „Premiere“ ankündigte, musste ich doch ein wenig schmunzeln – vermutlich hat der halbe Saal in diesem Moment auf irgendwelche Stars gehofft! Nichtsdestotrotz empfing uns das Publikum mit einem herzlichen Applaus – was meine Nervosität allerdings nicht minderte. Ich war in diesem Moment mehr als froh, dass ich diesmal in der zweiten Reihe stand, denn meine Knie, die knapp unter meinem Kleid herausschauten, schlotterten derartig …!

Zum Glück legte sich das mit den ersten Tönen von Falling Slowly dann doch recht schnell, so dass ich im Anschluss genießen konnte, Der letzte Tanz mit „dem Tod“ zu singen! Bei diesem Stück waren wir, dem Aufbau des Stückes geschuldet, als Chor am „prominentesten“, weswegen es mir im Rückblick auch den meisten Spaß gemacht hat. Was Die Schatten werden länger mit Mark und Oedo und Seasons of Love, zu dem auch Marle wieder auf die Bühne kam, nicht weniger toll machte!

Viel zu schnell (ich fühlte mich ohnehin ein wenig wie in einem Film!) war es dann auch schon wieder vorbei und wir gingen hinter den drei Protagonisten von der Bühne ab. Mark bedankte sich bei jedem einzelnen von uns und verabschiedete sich auch gleich, da unmittelbar nach der Show noch eine Autogrammstunde angesetzt war.

Ich holte mit den anderen noch schnell meine Sachen aus dem Backstagebereich und schwebte dann förmlich beseelt und hoch motiviert für die nächste Unterrichtsstunde nach Hause!

Musical Melodies Mark Seibert (3)
(Bild: Peter Louis)

Danke an dieser Stelle noch einmal an Mark für diese großartige Chance und Erfahrung und besonders für das Vertrauen in unsere Fähigkeiten – immerhin kannte er uns im Vorhinein nicht! Danke auch an Marle Martens und Oedo Kuipers, an Linde Härtel und Christian Frank, an unseren Chorleiter Cornelius Berger und last but not least an Madeleine Weiss und Judith aus Marks Team sowie an alle Mitarbeiter der Volksbühne am Rudolfplatz!

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