Zugegeben, manchmal frage ich mich, was mich in dem Moment geritten hat, als ich meine Mail an die Kölner Agentur Shanti abgesendet habe, um einen Platz beim dort angebotenen Workshop mit Mark Seibert zu ergattern. Ich bin bei Gesangs-Auftritten aller Art gerne sehr nervös und meine Stimme macht dann, was sie will – wie sollte das dann erst werden, wenn ich vor einem Profi singen musste bzw. durfte?
Als ich schließlich die Zusage bekam (offensichtlich hatte es über hundert Anfragen für, ich glaube, 20 Plätze gegeben!) siegte dann allerdings doch irgendwann die Vorfreude. Ich beschloss, diesen Workshop einfach als eine Art Schocktherapie zu sehen, vielleicht als ein wenig heilend für meine Nervosität.
Anfang November 2018 war es dann soweit und ich fand mich mit einer bunt gemischten Truppe „in einem Keller in Nippes“ wieder. Ratan, Initiator, Chef und Organisator der Shanti-Workshops, begrüßte jeden einzelnen herzlich und nahm mir damit schon ein gutes Stück meiner Aufregung. Ich ergatterte mit meiner Chorkollegin Batool einen Platz in der ersten Reihe und warf dort einen Blick auf eine Liste mit der Reihenfolge der Teilnehmer, die für Mark auslag. Ich fand mich selber in der zweiten Hälfte des Tages wieder – genug Zeit also, in Ruhe zuzuschauen, wie alles ablaufen würde, aber auch, um doch wieder so richtig nervös zu werden! Doch zum Glück stellte sich Mark als ebenso entspannt wie Ratan heraus, er war unglaublich nahbar und hat sich für jeden einzelnen/ jede einzelne viel Zeit genommen, hat individuelle Ansatzpunkte gefunden und auf Augenhöhe gearbeitet.

Als ich schließlich an der Reihe war, sang ich wie alle anderen zuvor ersteinmal mein Lied. Ich hatte mich für Ich kam und sah sie aus Miss Saigon entschieden, zum einen, weil ich dieses Musical liebe (auch, wenn das Stück darin durch ein anderes ersetzt wurde), zum anderen, weil ich es schon einige Male mit meiner Lehrerin im Unterricht erarbeitet hatte. Natürlich hatte sich trotz der entspannten Atmosphäre meine Nervosität nicht in Luft aufgelöst, so dass ich etwas kurzatmig war und die Töne daher teilweise etwas kurz ausfielen oder die Höhen leicht wegbrachen. Als ich dies erwähnte, meinte Mark, dass ich das (je nach Stück) natürlich auch für mich nutzen könne – als unterdrückte Tränen, zum Beispiel. Wir sprachen kurz über den Inhalt, dann wünschte er sich ein wenig mehr Verletzlichkeit von mir. Ok. Leichter gesagt als getan! Nach meinem zweiten Versuch sollte ich den Text schließlich als Monolog vortragen, also „einfach nur“ sprechen. Dass ich dafür ein „Das war schon sehr gut“ erntete, machte mich schon ein wenig stolz! Ich schaffte es zwar nicht ganz, die Emotionen auf den nächsten Sing-Versuch zu übertragen, dennoch beendete ich mein „Coaching“ mit einem guten, zufriedenen Gefühl.

Zum Ende des Workshops sangen alle noch einmal ihr Stück und man konnte wirklich bei jedem eine Veränderung zum Besseren sehen! Leider darf man das Video aus dem Workshop nicht öffentlich teilen, aber so bleibt es dann eben umso mehr etwas Besonderes!

Ich ging in jedem Fall sehr glücklich und stolz nach Hause und freue mich schon jetzt auf einen nächsten Workshop in der Agentur Shanti!
(Fotos: Madeleine Weiss/ Facebook Agentur Shanti Workshops)
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